Der Alterszug der Geislinger Feuerwehr feiert das 30-Jährige – Bericht der Geislinger Zeitung

Bernward Kehle |

In der Feuerwehrsatzung vom 26. Februar 1958 stand noch unter Paragraph 6, dass eine Altersabteilung nicht gebildet wird. Doch etliche Jahre später erkannten die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr und der Geislinger Stadtverwaltung, dass nach dem aktiven Dienst der Wehrleute eine Zugehörigkeit zur Feuerwehr aufrechterhalten bleiben muss.

Am 3. März 1986 trafen sich im ehemaligen „Gasthaus Kronprinzen“ Hans Fenzl, Gerhard Frey, Karl Jans, Walter Junga, Heinrich Scheck, Helmut Scheible, Manfred Stütz, Herbert Vogel und Paul Wittlinger zur ersten Zusammenkunft, um über die Aktivitäten der angestrebten Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Geislingen zu beraten. Im Mittelpunkt dieser Beratungen standen die weitere Zugehörigkeit der Wehrleute zur Feuerwehr, nachdem sie die Dienstaltersgrenze erreicht hatten oder wegen körperlicher Einschränkungen aus dem aktiven Dienst ausgeschieden waren.

Der Feuerwehrausschuss, in dem Vertreter der Wehr – unter anderen Kommandant Erich Enderle – und von der Stadt Geislingen Oberbürgermeister Helmut von Au saßen, stimmte dem Vorhaben zu, eine Altersabteilung zu gründen. Dazu stellte der Ausschuss in der Feuerwehrsatzung die Regularien auf. Unter Punkt I steht, dass in die Altersabteilung unter Überlassung der Dienstkleidung übernommen wird, wer das 65. Lebensjahr vollendet hat oder dienstunfähig wegen körperlicher Einschränkungen ist. In Punkt II ist festgelegt, dass der Feuerwehrausschuss auf Antrag Angehörige der Feuerwehr, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, aus der Aktiven-Abteilung in die Altersabteilung übernehmen kann.

Nach Gründung der Altersabteilung (Alterszug) bei der Geislinger Feuerwehr im Jahr 1987 übernahm Helmut Scheible den Vorsitz, den er nach 25 Jahren  2012 an Manfred Baumholzer abgab. Scheible war es nicht vergönnt, das 30-Jahr-Jubiläum „seines Alterszuges“ noch miterleben zu können. Vize ist – ebenfalls seit 2012 – Wolfgang Köpf. Baumholzer und er führen zusammen die äußerst lebendige Abteilung mit heute 73 Mitgliedern weiter. Dazu gehören die nicht mehr aktiven Wehrmänner aller Geislinger Löschzüge.

Außer monatlichen Treffen in gemütlicher Runde unternimmt der Alterszug jährliche Ausflüge mit interessanten Zielen wie etwa die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal oder das Feuerwehrheim in Titisee. Weitere Aktivitäten sind und waren Besuche des Geislinger Rotkreuzmuseums, ein Ausflug ins Feuerwehrmuseum Winnenden, technische Erklärungen zur neuen Drehleiter, ein Besuch bei der Polizei, Weihnachtsausstellungen im Alten Bau oder Weihnachtsmärkte in der Umgebung und mehr.

Wie Geislingens Feuerwehr-Kommandant Jörg Wagner berichtet, können Mitglieder des Alterzugs beim Projekt „65 plus – Senioren aktiv in unseren Feuerwehren“ mitmachen und  zum Beispiel Brandschutzerziehung in Kindergärten übernehmen. „Weil die Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte immer schwieriger wird, können die Altersabteilungen ihre aktiven Kameraden im Rahmen von 65 plus unterstützen“, erklärt Jörg Wagner.

Nun, kommenden Freitag, 10. März, erfährt die Geislinger Altersabteilung beim Treffen aller Alterszüge des Landkreises Göppingen in der Geislinger Jahnhalle ihre besondere Würdigung. Als zweitgrößte Feuerwehr im Kreis Göppingen sieht sich die Feuerwehr Geislingen in der Pflicht, dieses Treffen auch einmal in der Fünftälerstadt abzuhalten. Beginn ist um 19.30 Uhr, Saalöffnung um 18.30 Uhr.

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