Zwischen Robin Hood und Wengert – der Jahresausflug des Löschzuges Türkheim

Am Sonntag (29.10.2017) war es wieder soweit, der Löschzug Türkheim hatte seinen Jahresausflug angesetzt. Leider sah es zunächst fast so aus als würde der Ausflug für die 13 Türkheimer Feuerwehrkameraden sprichwörtlich ins Wasser fallen, nachdem in der Nacht das Sturmtief „Herwart“ über das Land gezogen war. Schlussendlich ließen sich die Kameraden von der „rauhen“ Alb aber von solchen Wetterbedingungen nicht beeindrucken oder gar abschrecken. Daher startete der Löschzug Türkheim auch pünktlich um 7 Uhr mit einem Kleinbus seinen Jahresausflug 2017. Begleitet von den letzten Sturmausläufern des Orkantiefs „Herwart“ und andauerndem Regenfall ging es los in Richtung Spiegelberg am Rande der Löwensteiner Berge.

Wie Robin Hood oder der Elf Legolas aus „Herr der Ringe“ durften die Türkheimer Feuerwehrkameraden sich dann auf dem 3D-Bogenschießparkours in Nassach bei Spiegelberg fühlen. Beim 3D-Bogenschießen wird auf lebensechte Tierfiguren aus Schaumstoff mit modernen Turnierbögen geschossen. Echte Tiere – soviel sei zur Beruhigung aller Naturfreunde an dieser Stelle gesagt – kommen dabei also nicht zu schaden. Weil sowohl die Ziele dreidimensional sind, aber auch die Schüsse nicht nur auf ebenem Feld wie beim klassischen Turnierbogenschießen sondern von unterschiedlichem Terrain auf die Zielfiguren abgegeben werden, spricht man hier vom „3D-Bogenschießen“. In drei Gruppen aufgeteilt machte sich die Türkheimer Wehr dann nach einer kurzen Einweisung in die Bogenschießtechnik auf den Weg in den Wald. Durch Astgabeln und Lichtungen hindurch, über Bachläufe hinweg, Waldhänge hinauf und Klingen hinab mussten die 13 „Jagdgefährten“ dann auf Wildschweine, Gemsen, Rehböcke, Feldhasen und manch anderes Getier mit ihren Bögen „Jagd“ machen. Alle Feuerwehrkameraden hatten den Dreh mit dem Bogen aber schnell heraus und als auch der Himmel glücklicherweise aufklarte, nachdem es zu Beginn des Parkours noch in Strömen geregnet hatte, war die „Pirsch“ auf die insgesamt 28 im Wald versteckten Ziele für alle Ausflügler letztlich ein Riesenspaß. Nachdem der Parkours von allen drei Gruppen nach gut dreieinhalb Stunden absolviert war, stärkte man sich bei einem gemeinsamen Vesper bevor es dann weiterging zum nächsten Ziel.

Das nächste Etappenziel war dann Mundelsheim am Neckar. In den Weinbergen rund um die Mundelsheimer Neckarschleife konnten die Feuerwehrkameraden bei einem entspannten Spaziergang durch den Käsberg den schönen Herbstsonntag in aller Ruhe so richtig genießen.  Der Mundelsheimer Käsberg ist ein bedeutendes Naturdenkmal in Baden-Württemberg. Die Weinberge sind hier wie ein riesiges Amphitheater in unzähligen kleinen Terrassen angelegt, die von der Neckartalsohle rund 100 Meter den Muschelkalkhang hinaufklettern. Damit liegen Sie für den Weinbau optimal windgeschützt und im perfekten Winkel zur Sonneneinstrahlung, die den Wein hervorragend reifen lässt. Die sogenannte „Käsbergkanzel“, eine Aussichtsplattform oberhalb des „Königshäusles“, erreichte der Türkheimer Löschzug dann durch die Rebstöcke hindurch über zahlreiche Weinbergstaffeln und konnte hier dann den herrlichen Ausblick über das Neckartal auf sich wirken lassen. Von der Qualität des Weines überzeugten sich die Feuerwehrkameraden dann selbst im Landgasthaus Schreyer-Hof in Hesigheim, in dem man kurz vor der Heimfahrt nach Geislingen nochmals eingekehrt war.

Den Tag in Ruhe ausklingen, ließen die Feuerwehrleute dann am Sonntagabend gemeinsam im Landgasthof Rössle wieder zurück im heimischen Türkheim. Ein großes Dankeschön – da waren sich alle Feuerwehrkameraden einig – galt an diesem Tag in jedem Falle Simon Bosch, der die Idee zu dem Ausflug hatte und diesen auch im Vorfeld organisierte.

Philipp S. Theiner – Löschzugführer Türkheim