Pressebericht zum Großbrand Galvanikbetrieb

Brand bei der Fa. Knoblauch / Galvanikbetrieb in Geislingen

Am 01.01.2018 um 10.29 Uhr, wurde die Feuerwehr Geislingen zu einem Brand bei der Firma Galvano Knoblauch alarmiert. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand das gesamte Obergeschoss des Galvanikbetriebes auf einer Fläche von rund 400 m2 bereits im Vollbrand.

Im Verlauf des Einsatzes wurden folgende Feuerwehren zur Verstärkung angefordert:
Teilorte der Stadt Geislingen, Feuerwehr Amstetten (Alb-Donau-Kreis), Löschzug aus Göppingen, Gefahrstoffzug aus Salach, Fachberater Gefahrstoff von der Werkfeuerwehr Zeller&Gmelin mit der Komponente Löschwasseranalytik.

Mit Hilfe von drei Drehleitern und mehreren Trupps im Innenangriff wurde der Brand massiv bekämpft. Eine Brandausbreitung auf weitere Gebäudeteile konnte dadurch verhindert werden, so dass nur das Obergeschoss mit seiner Galvanik auf einer Fläche von rund 400 m2 ausbrannte. Im Brandbereich befanden sich Galvanikbecken mit mehreren Kubikmeter Natronlauge sowie Salzsäure sowie diverse Galvanikbäder mit Zink- und Nickelverbindungen.

Da auch größere Mengen an Polypropylen verbrannten entstand eine weithin sichtbare schwarze Rauchsäule. Die Bevölkerung im betroffenen Stadtgebiet von Geislingen wurde daher aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Nach Aussage von Kreisbrandmeister Dr. Reick ist Brandrauch zwar immer gefährlich und giftig, eine besondere Gefährdung durch den Brandrauch habe für die Bevölkerung allerdings nicht bestanden.

Ein besonderes Augenmerk wurde dem Löschwasser beigemessen. Durch die Fachberater Gefahrstoff und deren Messteams wurden zahlreiche Wasserproben genommen und noch vor Ort analysiert. Das Löschwasser wies eine sehr hohen pH-Wert auf und erhielt erwartungsgemäß hohe Werte an Nickel, Zink und Sulphat. Das vor Ort im Brandabschnitt zurückgehaltene Löschwasser wurde von insgesamt drei Saugfahrfahrzeugen eines Spezialunternehmens aufgenommen. Auch in der Kläranlage von Geislingen wurden Wasserproben entnommen denn aufgrund des auch dort erhöhten pH-Wertes war klar, dass auch Löschwasser in die Kanalisation gelangt war.

Mehrere Feuerwehrangehörige verspürten trotz der Brandschutzkleidung ein Kribbeln auf der Haut und wurden entsprechend dekontaminiert. Ein Feuerwehrangehöriger hat eine stärkere Verätzungen erlitten.

Erschwert wurden die Löscharbeiten auch durch die auf der Dachfläche montierten Photovoltaikanlage. Zwar wurde der gesamte Gebäudekomplex vom Stromnetz getrennt, jedoch war durch die PV-Module noch auf Leitungen des Gebäudes elektrische Spannung vorhanden.

Die Einsatzleitung hatte Kommandant Jörg Wagner, zeitweise übernommen von Kreisbrandmeister Dr. Reick. Unterstützt wurde die Einsatzleitung von der Führungsunterstützungsgruppe Salach/Süßen.

Im Einsatz waren 120 Einsatzkräfte der Feuerwehren mit 23 Fahrzeugen, der Rettungsdienst war mit 21 Fahrzeugen an der Einsatzstelle.

Der Kreisbrandmeister lobte den mutigen und erfolgreichen Einsatz aller Einsatzkräfte. Nur dadurch war zu verhindern, dass weit größere Teile der Firma abgebrannt sind und dadurch wäre es zu einer noch weit größeren Umweltgefährdung gekommen. Oberbürgermeister Drehmer machte sich ebenfalls vor Ort ein Bild des Geschehens und war erleichtert, dass die Gefährdung für die Bevölkerung und die Umwelt durch den Einsatz der Feuerwehr minimiert werden konnte.